BackThe Phillips Curve, Natural Unemployment, and Inflation: Macroeconomic Study Notes
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Die Phillipskurve, die natürliche Arbeitslosenquote und Inflation
Einführung
Die Phillipskurve beschreibt die Beziehung zwischen der Inflationsrate und der Arbeitslosenquote. Sie ist ein zentrales Konzept in der Makroökonomik und spielt eine wichtige Rolle für die makroökonomische Politik und Prognose. Die Kurve zeigt, wie Veränderungen in der Arbeitslosigkeit mit Veränderungen der Inflation zusammenhängen und wie Erwartungen diese Beziehung beeinflussen.
Wichtige Kennzahlen des Arbeitsmarktes
Erwerbstätige: Personen, die einer Arbeit nachgehen.
Arbeitslose: Personen, die keine Arbeit haben, aber aktiv eine suchen.
Arbeitslosenquote: Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung.
Erwerbsquote: Anteil der Erwerbstätigen und Arbeitslosen an der Gesamtbevölkerung.
Unterschiede zwischen USA und Europa bestehen hinsichtlich Arbeitsmarktstrukturen, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum.
Grundlagen der Lohn- und Preissetzung
Lohnsetzung: Reallöhne hängen negativ von der Arbeitslosenquote ab und positiv von Faktoren wie Arbeitslosengeld und Kündigungsschutz.
Preissetzung: Unternehmen bestimmen Preise über Grenzkosten (Löhne) mit Gewinnaufschlag. Je höher der Gewinnaufschlag, desto niedriger der Reallohn.
Gleichgewicht: Der Reallohn aus Lohnsetzung entspricht dem Reallohn aus Preissetzung, was eine natürliche bzw. strukturelle Arbeitslosenquote ergibt.
Formel:
Die Phillipskurve: Theorie und Empirie
Empirische Beobachtung
William Phillips fand 1958 für das Vereinigte Königreich eine negative Beziehung zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenquote. In den USA war niedrige Arbeitslosigkeit typischerweise von hoher Inflation begleitet, während hohe Arbeitslosigkeit mit niedriger Inflation einherging.

Formale Ableitung der Phillipskurve
Die Phillipskurve verbindet Inflation (), erwartete Inflation () und die Abweichung der Arbeitslosenquote von der natürlichen Quote ().
Die natürliche Arbeitslosenquote ergibt sich, wenn die tatsächliche Inflation der erwarteten Inflation entspricht.
Formel:

Verschiebungen der Phillipskurve
Ein Anstieg des Gewinnaufschlags () oder der Arbeitsmarktvariable () verschiebt die Phillipskurve nach rechts und erhöht die natürliche Arbeitslosenquote.
Ein Anstieg der erwarteten Inflation () verschiebt die Phillipskurve nach oben.
Inflationserwartungen und Zweitrundeneffekte
Wenn Inflationserwartungen steigen, kann es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen: Höhere Nominallöhne führen zu höheren Preisen, was wiederum zu weiteren Lohnsteigerungen führt.
Bei fest verankerten Erwartungen bleibt die Phillipskurve stabil.
Empirische Entwicklungen der Phillipskurve
Deutschland: 1960–2015
Nach 1970 bricht der stabile Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit weitgehend zusammen.

Modifizierte Phillipskurve: Erwartungsbildung
Der Parameter gibt an, wie stark die Inflationsrate der vergangenen Periode bei der Bildung der erwarteten Inflationsrate berücksichtigt wird.
In den 1970er-Jahren stieg von 0 auf 1, was bedeutet, dass die Erwartungen zunehmend von der Vorjahresinflation beeinflusst wurden.

Phillipskurve: Deutschland und USA 1970–1995
Negative Beziehung zwischen Arbeitslosenquote und Veränderung der Inflationsrate.

Phillipskurve: Euroraum und USA 1999–2019
Nach 1999 kehrt die Phillipskurve bei fest verankerten Inflationserwartungen zu einer negativen Beziehung zwischen Arbeitslosenquote und Inflationsrate zurück.

Aktuelle Entwicklungen: 2022–2023
Die Inflation im Euroraum lag 2022 und 2023 deutlich höher als von der traditionellen Phillipskurve vorhergesagt.

Angebotsschocks und die Phillipskurve
Covid-Inflation und Energiepreise
Starke Anstiege der Energiepreise führen zu Angebotsschocks, die die Inflation erhöhen.
Die Inflationsrate ist eng mit der Veränderung der Energiepreise verbunden.

Inflationserwartungen nach Covid
Inflationserwartungen blieben trotz Inflationsanstieg weitgehend fest verankert.

Lohn- und Preisentwicklung im Euroraum und USA
Die Anpassung der Lohninflation war zunächst verhalten, stieg aber ab Mitte 2023 über die Inflationsrate.


Hohe Inflation, Lohnindexierung und Deflation
Lohnindexierung
Bei hoher Inflation werden Lohnverträge oft indexiert, d.h. automatisch an die Inflation angepasst.
Je höher der Anteil indexierter Lohnverträge, desto größer ist der Effekt von Arbeitslosigkeit auf die Änderung der Inflation.
Deflation und Phillipskurve
Bei Deflation oder sehr niedriger Inflation bricht die Phillipskurven-Beziehung zusammen, da Arbeitnehmer nicht bereit sind, Lohnsenkungen hinzunehmen.
Die Dichteverteilung von Lohnänderungen zeigt, dass bei niedriger Inflation kaum Lohnsenkungen vorkommen.

Zusammenfassung und Key Takeaways
Die Phillipskurve beschreibt die Beziehung zwischen Inflation, erwarteter Inflation und der Abweichung der Arbeitslosenquote von der natürlichen Quote.
Die Beziehung ist nicht stabil und hängt von der Erwartungsbildung und strukturellen Faktoren ab.
Angebotsschocks können die Phillipskurve verschieben und zu Lohn-Preis-Spiralen führen.
Bei Deflation oder niedriger Inflation ist die Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit sehr schwach.
Wichtige Formeln
Phillipskurve:
Natürliche Arbeitslosenquote:
Empirische Beispiele
USA und Deutschland: Negative Beziehung zwischen Arbeitslosenquote und Inflationsrate in bestimmten Zeiträumen.
Euroraum: Nach 1999 wieder stabiler Zusammenhang, aber 2022/23 starke Abweichungen durch Angebotsschocks.
Weitere Ressourcen
MIT Open Course Ware: The Phillips Curve and Inflation